18. Mai, 2016

Die Ausgangssituation

 
 Meine Geschichte beginnt am Anfang des Jahres 1985. Damals war ich 27 Jahre alt und lebte, rein äußerlich betrachtet, nicht schlecht. Ich wohnte in einer kleinen möblierten Wohnung am Stadtrand von Düsseldorf und mein Studium ließ mir viel freie Zeit. Aber ich fühlte mich unglücklich, ohne dass ich dafür genaue Gründe hätte angeben können. Allerdings dürfte auch Enttäuschung dabei eine Rolle gespielt haben.       
   
Ein Weg, in den ich sehr viel Zeit, Energie und Hoffnungen investiert hatte, war an sein Ende gekommen. Ich hatte einige Jahre recht intensiv und durchaus mit einigem Erfolg Schach gespielt.
    Zeitweise hatte ich mir sogar ernsthaft überlegt aus meinem Hobby einen Beruf zu machen. Aber irgendwann sah ich ein, dass es dafür vermutlich nicht reichen würde. Es mangelte mir einfach an der notwendigen Hingabe und Disziplin.
    Mit dieser Einsicht ließ meine Motivation stark nach und es folgte eine sportliche Abwärtsspirale, die letztlich zu meiner Abkehr vom Turnierschach führte.
   
Ich fühlte mich leer und ausgebrannt. Wie soll es weitergehen? Ist das Leben an sich nicht  völlig sinnlos? waren zwei Fragen, auf die ich keine Antwort hatte.
    Deshalb beschloss ich mir eine Auszeit zu nehmen und mich eine Zeitlang zum Lesen und Nachdenken in meine Wohnung zurückzuziehen. Vielleicht würde ich ja Antworten finden, die in der Zukunft ein glückliches und sinnerfülltes Leben ermöglichen würden.