19. Mai, 2016
 
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Wie ist es nun  nach meiner dramatischen Bekehrung zum christlichen Glauben weitergegangen? Das kann man in den nächsten Abschnitten ( beginnend mit Anfangszeit ) nachlesen. Der Haupttitel lautet:

Meine Abenteuer und Leiden in der Nachfolge Jesu 
 
 

 

19. Mai, 2016

Noch heute, nach über 30 Jahren, ist es für mich unbegreiflich, was  im Frühjahr des Jahres 1985  geschehen ist. Ich hätte es mir weder in meinen düstersten noch  kühnsten Träumen  auszudenken vermocht.  Damals  -  im Alter von 27 Jahren - hatte ich mich auf einen gefährlichen Irrweg eingelassen,  geriet in große Nöte .... und erlebte das völlig überraschende Eingreifen Gottes und eine wundersame Errettung :  hier oder auf KV  hier.

Während jener dramatischen Ereignisse hatte ich mich  - in ihnen  einen persönlichen Ruf Jesu erkennend - zum christlichen Glauben bekehrt. Etwas, was ich noch Tage zuvor als eine völlig absurde Vorstellung abgetan hätte.

Im katholischen Glauben erzogen, hatte ich mich während meiner Pubertät und meines Studiums meilenweit vom Glauben entfernt. Die biblischen Geschichten galten mir als eine Mischung aus Legenden, und Märchen, ohne großen Wirklichkeitsbezug.  Hinweise auf  eine mögliche Existenz Gottes schien es in meinem Leben nicht zu geben, höchstens ein paar merkwürdige Zufälle, die ich nicht klar zuordnen konnte. Und überhaupt, eigentlich interessierte mich die Gottesfrage  auch gar nicht.  Schließlich gab es Wichtigeres im Leben, oder!?.

Und nun war ich plötzlich ein völlig überzeugter Christ geworden. Hatte eine Lebenswende um 180 Grad vollzogen. Völlig beglückt endlich des Rätsels Lösung gefunden zu haben, machte ich mir erst einmal keine großen Gedanken über die Zukunft. Ich schwebte auf Wolke 7!

Aber natürlich bringt einen das Leben schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Es galt nun - unter neuen Vorzeichen - meinen Lebensweg fortzusetzen. Und wie mein Leben in der Nachfolge Jesu sich dann konkret gestaltete,  möchte ich nun im Folgenden schildern

 

19. Mai, 2016

Es war am Tag nach meiner dramatischen Bekehrung zum christlichen Glauben. Der Düsseldorfer Kirchentag war noch im vollen Gange und ich war vor dem Jesus-Haus mit einer jungen Frau ins Gespräch gekommen. In kurzen Zügen hatte ich ihr gerade von meinen früheren spiritistischen Erfahrungen und meiner gerade vollzogenen Hinwendung zum christlichen Glauben erzählt. Nun schaute ich sie erwartungsvoll an. Wie würde nun ihre Reaktion darauf sein?

   Sie begann zu lachen und sagte dann: „Also, ich bin da wohl nicht die richtige Gesprächspartnerin für dich.“ Etwas irritiert fragte ich nach: „Und wieso nicht?“ Sie begann erneut zu lachen:„ Ich heiße mit Nachnamen Faust! Mich schickt der Teufel!“
   Einen Moment lang war ich leicht geschockt. Mein erstes „missionarisches“ Gespäch und dann ausgerechnet jemand mit diesem Namen. Heinrich Faust, der tief ins Okkulte verstrickte Titelheld in Goethes Meisterwerk … aber ich fing mich rasch wieder und kontertein Anlehnung an ein bekanntes Goethezitat: „Namen sind Schall und Rauch …! 
    An den weiteren Verlauf des Gesprächs kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Plötzlich aber sagte sie: „So, ich muss jetzt weiter. Im Lessinggymnasium beginnt gleich eine Theateraufführung. Wenn du Lust hast, kannst du ja mitkommen. Oder stellt mein Nachname vielleicht doch noch ein kleines Problem für dich dar?“ 
   In der Tat war ich mir nicht sicher, ob es wirklich so klug war die Einladung anzunehmen. Eigentlich hatte ich keine allzu große Lust mich vom Jesus-Haus zu entfernen, andereseits wollte ich jetzt aber auch nicht kneifen. Also entgegnete ich: „Nein, das ist kein Problem. Ich komme mit.“    

Eine halbe Stunde später saß ich neben „Fräulein Faust“ in einer großen, prall mit jungen Menschen gefüllten Schulaula und mir war inzwischen klar geworden, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Alle einschließlich meiner Nachbarin schienen sich köstlich über das dargebotene zu amüsieren, aber ich begann von Minute zu Minute mich unwohler zu fühlen. Das oberfächliche Herumgealbere auf der Bühne ging mir zunehmend auf die Nerven.
    Innerlich hatte ich eigentlich beschlossen gute Miene zum bösen Spiel zu machen und die Sache einfach durchzustehen. Ich hatte mir die Sache selber eingebrockt, nun musste ich sie auch auslöffeln. Aber es wurde immer unerträglicher. Ich litt … und noch nicht einmal die Hälfte des Stückes war hinter mir. 
   Aber plötzlich erwachte ich aus meiner Lethargie. Mit einem Male wusste ich, was zu tun war. Ich beugte mich leicht rüber zu „Fräulein Faust“ und sagte: „Es tut mir Leid. Aber ich halte das ist hier nicht länger aus!“ Dann stand ich abrupt auf und bahnte mir, ohne mich noch einmal umzuschauen, einen Weg durch meine Sitzreihe und ging dann den Mittelgang entlang zum Ausgang. Natürlich starrten mich jede Menge Augenpaare an, aber das war mir schlichtweg egal.

Draußen vor dem Schulgebäude atmete ich erst einmal tief durch. Wohin jetzt? Einen Moment lang dachte ich ans Jesus-Haus, entschied mich dann aber für mein Nachtquartier im Goethe-Gymnasium. Einen Moment ausruhen … später könnte ich ja dann wieder ins Jesus-Haus gehen.
  Als ich den Schlafraum betrat, sah ich Uli an einem Schultisch sitzen. Überrascht fragte ich: „Uli, was machst du den hier? Ich dachte du wärst mit den Anderen im Missionseinsatz.“ „Ja, war ich auch! Aber ich muss die Einsatzpläne für morgen noch fertigstellen. Und so bin ich vorzeitig gegangen. Aber erstaunlich, dass du hier auftauchst? Ich habe vor zehn Minuten für dich gebetet und nun stehst du plötzlich vor mir.“
   Ich blickte ihn verblüfft an. „Vor zehn Minuten? Wieso?“ „Ich hatte das Gefühl, dass du in Schwierigkeiten stecktest. War es so?“ Ich nickte und erzählte ihm die Geschichte mit Fräulein Faust und dem Theaterbesuch. „Erstaunlich“, sagte ich, „ dein Gebet und mein Entschluss zum Verlassen der Veranstaltung haben fast zeitgleich stattgefunden.“
   Er nickte: „Ja, das war dann wohl Beides vom Geist Gottes gewirkt. Aber es sollte dir auch eine Warnung sein. Es könnte tatsächlich so sein, dass jene Frau Faust vom Feind (Teufel) geschickt worden ist um dich vom Jesus-Haus wegzulotsen.“

 

Später auf dem Weg zum Jesus-Haus dachte ich noch einmal über Ullis Worte nach. An sich war es ja ein ganz normales Gespräch mit „Fräulein Faust“ gewesen, aber es war doch recht seltsam verlaufen. Und aus leidvoller Erfahrung infolge meiner spiritistischen Aktivitäten wusste ich ja, wozu Dämonen fähig sind. Schon möglich, dass sie auch hier ihre Finger im Spiel gehabt hatten. Aber die Sache mit Uli und dem Gebet ist schon seltsam, dachte ich. Und ich begann mich zu freuen. Kein Zweifel, Gott hatte ein Auge auf mich gehabt.

19. Mai, 2016

Wo ich nun noch mal ganz an den Anfang meines Glaubenslebens zurückgegangen bin, möchte ich auch eine andere wichtige Begebenheit noch während des Düsseldorfer Kirchentages  nicht unerwähnt lassen. Es geschah am vorletzten Tag. Ich hatte mich nachmittags wieder einmal in die Teestube des Jesus-Hauses begeben und war eingenickt, als mich plötzlich jemand wachrüttelte.                                              

Ich blickte irritiert hoch in das freundlich lächelnde Gesicht eines jungen Mannes: „Hallo! Wir kennen uns doch!“ Ich versuchte mich zu sammeln: „Eh, ja? Woher denn?“ Er lachte: „Ich bin der Ordner, der dich gestern ins JESUS-HAUS gelassen hat. Ich heiße Thomas!“ Er reichte mir die Hand. Im Nu war ich wieder hellwach: „Ach ja, jetzt erkenne ich dich! Danke nochmals … es hat sich wirklich gelohnt“ Ich lächelte ihn Freude strahlend an: „Ich bin nämlich inzwischen Christ geworden!“

  „Ja,“ entgegnete er, „ ich habe deine Geschichte schon von meheren gehört. Sie ist wie ein Lauffeuer herumgegangen. Aber ich wusste nicht, dass du die Person bist. Silke, meine Frau," er wies zur Theke hin, wo die junge rothaarige Frau vom Vortage gerade einen Tee eingoss, "hat mir den Tipp gegeben: Da ist der seltsame Okkultist, der sich gestern bekehrt hat.“ Wir mussten beide lachen. 
   „Weisst du eigentlich, dass du normalerweise gar nicht erst ins JESUS-HAUS gekommen wärst, wenn ich nicht da gestanden hätte?“ „Na ja, klar,“ entgegnete ich, „du wolltest mich ja eigentlich erst auch nicht hereinlassen. Was hatte eigentlich deinen Sinneswandel bewirkt?"
 
Und nun erzählte er mir, wie sich diese Begebenheit aus seiner Sicht dargestellt hatte. „Ich kam gerade aus dem Gemeindebüro. Dort haben der Pastor und die Ältesten auf den Knien Busse getan, dass sie die komische Musikband ins Haus geholt hatten. Und sie haben Gott gebeten, trotzdem noch einen Segen daraus entstehen zu lassen. … Ich wollte gerade hoch in die Pastorenwohnung gehen, als ich auf einmal ganz deutlich ein inneres Drängen verspürte, runter zum Eingang zu gehen und dort einen der beiden Ordner abzulösen. Ich hatte gerade meine Position bezogen, als auf einmal du an der Türe auftauchtst und hereinwolltest.“ 
   Ich hörte gebannt zu. Die Szene war mir noch lebhaft vor Augen.(hier anclicken)  „Wir hatten strikteste Anweisung niemanden mehr ins Haus zu lassen. Sicherheitsbestimmungen … und wenn überhaupt, wären Andere natürlich vor dir dran gewesen.“ Ich starrte ihn an: „Ja, und warum hast du dann plötzlich nachgegeben?“
   Hätte ich normalerweise nicht gemacht!“, sagte er lächelnd, „aber plötzlich verspürte ich eine innere Stimme die sagte: Lass ihn durch! Und deshalb habe die Tür für dich geöffnet.“ 

Ich war sprachlos. So also war das gewesen. Langsam wurde das Bild immer klarer. Es war also eindeutig eine göttliche Fügung gewesen. „Danke“, sagte ich, „dass du Gott gegenüber so gehorsam warst!“ Er lächelte: „Ja, es sollte wohl alles so sein. Gott wusste, dass der Ordner, den ich abgelöst habe, dich mit Sicherheit nicht reingelassen hätte.“ 
   Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bis er plötzlich sagte: „Hast du eigentlich schon mit Gerhard, dem Pastor, gesprochen?“ „Ich habe gestern Abend seine Predigt gehört. Aber direkt gesprochen mit ihm habe ich noch nicht!“ „Solltest du aber … weisst du was, ich glaube er ist gerade oben im Gemeindebüro. Ich frag mal nach!“ Mit diesen Worten stand er auf und verließ die Teestube, noch ehe ich gross etwas dazu sagen konnte.

   Im Grunde genommen war ich nicht so in Stimmung für ein Gespräch mit dem Pastor des Jesus-Hauses. Andererseits, vielleicht sollte es ja so sein. Vielleicht war es ja jetzt auch wieder eine göttliche Fügung.

19. Mai, 2016

Nach etwa fünf Minuten kam Thomas zurück und sagte: „Komm, lass uns gehen. Der Pastor und einige Älteste warten auf uns. Wir hätten den Moment nicht besser abpassen können.“ Ich stand auf und gemeinsam stiegen wir die Treppe zum Gemeindebüro hoch.

   Ehrlich gesagt hatte ich mir keine rechte Vorstellung davon gemacht, was mich eigentlich nun dort oben erwarten würde. Aber wenig später saß ich im Pastorenzimmer auf einem Stuhl dem Pastor gegenüber und erzählte ihm nun auch noch mal kurz meine Bekehrungsgeschichte (hier anclicken)

  In der Nähe standen drei Männer mittleren Alters, die Ältesten der Gemeinde, und Thomas und hörten ebenfalls zu. Alle Anwesenden strahlten eine gewisse gelassene Ernsthaftigkeit aus, was vielleicht auch ein wenig daran lag, dass vier Bartträger unter ihnen waren. Ich war nicht eingeschüchtert, aber schon etwas beeindruckt.

Als ich meine Geschichte beendet hatte, sagte Gerhard B., der Pastor: „Eine ungewöhnliche Geschichte! Preis den HERRN, er hat ein großes Wunder getan … aber sag mal, Heiner, ist mit dir schon wegen der esoterischen und okkulten Sachen für dich gebetet worden?“

   Ich erzählte ihm die Geschichte von der nächtlichen  Wohnungssäuberung (anclicken) und das Mike und Uli auch schon für mich gebetet hatten. „Nein, das meine ich nicht, sagte Gerhard B. … ich meine ob du schon Buße über deine Verfehlungen getan hast und ein Lossagungsgebet erfolgt ist.“ Ich schaute etwas irritiert an: „Buß- und Lossagungsgebet?“

„Ja“, fuhr Gerhard B. fort, „Totenbefragung und Umgang mit Astrologie und anderen magischen Dingen wird in der Bibel als schwere Sünde vor Gott bezeichnet. Aber wenn wir sie ihm bekennen, ist er treu und gerecht und vergibt sie uns! Wärst du bereit dazu?“ „Ja, klar“, entgegnete ich. „wenn das sinnvoll ist mache ich das gerne.“ „Gut“, sagte Gerhard, „dann lass uns beten!“ 

Und so kam es, dass ich im Gebet alle meine esoterischen und okkulten Sünden vor Gott bekannte und IHN im Namen Jesu dafür um Vergebung bat ... und dann der Pastor, die drei Ältesten und Thomas ihre Hände auf mich legten und mir die göttliche Vergebung zusprachen. Dann sagte ich mich  von allen esoterischen-okkulten Praktiken und Verbindungen in die Geisterwelt los und  es betete  jeder der Anwesenden noch einmal einzeln für mich.

Der ganze Vorgang mochte vielleicht eine halbe Stunde gedauert haben. Als ich wenig später mit Thomas wieder die Treppe hinunterging, hatte ich das Gefühl als wenn eine Last von mir abgefallen wäre. Ich verspürte einen tiefen inneren Frieden in mir, wie ich ihn nur mal als Kind nach einer Beichte empfunden hatte. Nun wusste ich, dass mir wirklich meine Sünden vergeben worden waren.Und es   tatsächlich eine weitere göttliche Fügung gewesen war. 

    „Danke,“ sagte ich wenig später zu Thomas, „du hast eine Menge für mich getan. Der Herr segne dich dafür!“ Er lächelte: „Vom Herrn gebraucht zu werden ist schon ein Segen! Bis bald!“ Und nach diesen Worten ging er in die Teestube zurück, während ich mich in die Bücherstube begab.

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