20. Jul, 2016

Wo Rauch ist, da ist auch Feuer!

 

Einschub 2:

Als sich Peter, der Atheist, Georg, der Agnostiker und Heinrich, der Christ sich am nächsten Tag erneut auf der Terrasse ihrer kleinen Pension (am Drachenfels) trafen, war der Disput vom Vorabend noch nicht ganz vergessen. Schnell kamen sie wieder auf die Gottesfrage zu sprechen! "Ich frage dich noch einmal", sagte Georg, " wie kannst du angesichts von so ungeheuerlichen Dingen wie Auschwitz noch an einen allmächtigen, gütigen Gott glauben?"

Heinrich hatte diese erneute Frage erwartet und antwortete ohne zu zögern: "Ich habe natürlich meine Gründe auch nach Auschwitz an einen allmächtigen und gütigen Gott zu glauben. Aber meine Gründe sind recht persönlicher Natur und würden dich zum jetzigen Zeitpunkt mit Sicherheit nicht überzeugen!" Deshalb würde ich gerne auf das Thema "Zufall oder Lenkung" zu sprechen kommen.

"Das finde ich ein gute Idee"  mischte sich Peter ein. Das ist ein Thema, welches mich schon lange beschäftigt ... was haltet ihr beispielsweise von folgender Geschichte? Das Wunder von Wien

"Glück gehabt!", sagte Georg, "aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass dies auf ein Wirken Gottes zurückgegangen ist. Wie oft ist in vergleichbaren Fällen das Wunder ausgeblieben. Nein, das war einfach nur ein günstiger Zufall, wie er ab und halt mal geschieht!"

Peter schien nicht überzeugt: "Na ja, diese Geschichte ist aber kein Einzelfall" ... und er erzählte  Das Regenwunder im Quadenland 

Georg schüttelte unwillig den Kopf: "Nehmen wir mal an, dass sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat, so ist sie keineswegs ein Beweis für das übernatürliche Eingreifen eines Gottes. Es könnte auch wieder der pure Zufall gewesen sein!"

"Könnte", fragte Heinrich, der sich etwas zurückgehalten hatte, gedehnt ... " du räumst also ein, dass es auch ein übernatürliches Eingreifen Gottes gewesen sein könnte?" Georg schwieg einen Moment. Dann entgegnete er: "Ich halte dies zwar für einen ausgemachten Blödsinn, aber - theoretisch - wäre es natürlich denkbar!"  Heinrich blickte Peter an und sagte: "Ich bin ehrlich erstaunt, dass du - wenn auch nur theoretisch - diese Möglichkeit einräumst."

"Nun", mischte sich Peter erneut ein, " aber solche Geschichten sind natürlich in gewisser Weise eine Rosinenpickerei. Wie viele Dinge geschehen auf der Welt wo man nicht das geringste Walten eines Gottes oder anderer höheren Mächte erkennen kann? Und das ist eigentlich der Normalfall!"

"Ich stimme dir zu", sagte Heinrich," natürlich sind solche Geschichten und andere Wunderberichte kein Beweis, aber es gibt sehr viele davon ... und ich würde mal sagen: Wo Rauch ist, da ist auch meist ein Feuer!" ... Schnell fügte er hinzu: "Darf ich auch noch eine Geschichte vom alten Fritz zum Besten geben, sozusagen als Abschluss unser kleinen Diskussion?" Peter und er blickten Georg fragend an.

Der verzog sein Gesicht und sagte dann: "Wenn es unbedingt sein muss, aber mach es kurz ... ich will gleich noch mal runter zum Rhein!" "Kein Problem!", sagte Heinrich und begann  Das Wunder von Kunersdorf zu erzählen