25. Jul, 2016

Einige schriftstellerische Ausführungen zum Thema "Lenkung"

 

 

Folge 12:

Georg schüttelte unwillig den Kopf: "Nehmen wir mal an, dass sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat, so ist sie keineswegs ein Beweis für das übernatürliche Eingreifen eines Gottes. Es könnte auch wieder der pure Zufall gewesen sein!"

"Könnte", fragte Heinrich, der sich etwas zurückgehalten hatte, gedehnt ... " du räumst also ein, dass es auch ein übernatürliches Eingreifen Gottes gewesen sein könnte?" Georg schwieg einen Moment. Dann entgegnete er: "Ich halte dies zwar für einen ausgemachten Blödsinn, aber - theoretisch - wäre es natürlich denkbar!"

Dieser kleine Auszug aus meiner fiktiven Begleitgeschichte macht noch einmal deutlich, dass selbst der eingefleischteste Naturalist, - wenn er ehrlich zu sich und Anderen ist - , nicht ausschließen kann, dass es sich bei unwahrscheinlich, äußerst begünstigenden Begebenheiten um Lenkungen handeln könnte. 

Selbst Schopenhauer, nun wahrlich kein gottgläubiger Mensch, räumte ein: „Allein, wenn wir auf unseren zurückgelegten Lebensweg zurücksehen und besonders unsere unglücklichen Schritte nebst ihren Folgen ins Auge fassen; so begreifen wir oft nicht, wie wir dieses haben tun und jenes unterlassen können; so dass es aussieht, als hätte eine fremde Macht unsere Schritte gelenkt.“ Und er spricht sogar von einem gewissen Plan: „Man wird bei genauerer Beobachtung finden, dass in dem Leben der meisten Menschen sich ein gewisser Plan findet, der … ihnen gleichsam vorgezeichnet ist.“ 

Karl May äußerte sich zum gleichen Thema wie folgt: "Ich hege vielmehr die unerschütterliche Überzeugung, dass wir Menschen von der Hand des Allmächtigen geführt werden, ohne dessen Willen (eigentlich Wissen) - nach dem Wort der Heiligen Schrift - kein Haar von unserem Haupt fällt." 
   Und Goethe brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Der Mensch meint zu schieben und wird doch geschoben!“

In seinem Buch „Der Zufall und das Schicksal“ (1950) sammelte Wilhelm von Scholz unzählige der unglaublichsten Begebenheiten und schloß den Zufall als plausible Erklärung aus. Aber er warnte auch: „Es ist immer sehr leicht und sehr unwissenschaftlich, immer gleich das Eingreifen einer höchsten Macht und ihrer Absichten als Erklärung zur Hand zu haben, wo eine Absichtlichkeit in den Geschehnissen zu walten scheint.“

Als letzten  in der Reihe bedeutender Personen, die sich zu diesem Thema geäußert haben, möchte ich Tolstoi anführen: Lew Tolstoi - ein Advokat der vorherbestimmten Weltgeschichte