10. Jul, 2016

 

 

 

 Folge 10:

"Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten!" (Psalm 50)

Wie wir gesehen berief sich Goethe in der Anekdote des vorherigen Abschnitts auf den berühmten Zufall, wie das heutzutage viele Zeitgenossen zu tun pflegen. Frei nach dem Motto: "Es gibt eine statistische Wahrscheinlichkeit, dass auch das unwahrscheinlichste Ereignis irgendwann mal eintritt!"

Das Goethe also just in dem Moment das Zimmer von Jung-Stillung betrat, als jener gerade Gott um Geld für das neue Semester bat, könnte man tatsächlich vielleicht noch als großen, begünstigenden Zufall einordnen. Aber bei der folgenden Episode dürfte das schon erheblich schwerer fallen: Ein flehentliches Gebet und seine Erhörung

Natürlich könnte man auch hier wieder - theoretisch - mit der statistischen Wahrscheinlichkeit des unwahrscheinlichen Ereignisses argumentieren, aber so wie ein zweimaliger Hauptgewinn im Lotto um ein unendliches unwahrscheinlicher ist als ein einmaliger Hauptgewinn, so ist es auch die erneute rettende Geldgabe im Falle Jung - Stillings.

Zu dieser rein statistischen Betrachtungsweise kommt aber noch die Intensität und Dramatik der Situation hinzu. Der drohende Wohnungsverlust war für Jung -Stilling und seine Frau eine große Notsituation ... und man hätte erwarten können, dass es dieses Mal mit dem reinen Gottvertrauen schief gehen würde.

Und es sah ja auch bis kurz vor Terminchluss auch so aus, als ob niemand da sei, der das Gebet erhören würde. Aus christlicher Sicht würde ich sagen, der Glaube und das Vertrauen der Jung-Stillings wurden arg geprüft ... und am Ende belohnt!

Ich möchte diese Abschnitt nicht enden lassen ohne noch eine Geschichte anzufügen, die mir einmal ein Seemann in Bremen erzählt hat: Eine Rettung aus großer Not!

 

7. Jul, 2016

 

 

 

 

Folge 9:

Der Mensch denkt, aber Gott lenkt! (Volksmund)

Jahrhundertelang bestand im sogenannten christlichen Abendland kein ernsthafter Zweifel an der Richtigkeit der obigen Aussage. Und auch nichtchristliche Völker gingen zu allen Zeiten von lenkenden Kräften hinter dem augenscheinlichen Geschehen aus. Der Zufall ist erst in den letzten zwei Jahrhunderten - im Zuge von Aufklärung und Naturwissenschaften - mehr und mehr in Mode gekommen.

In manchen Kreisen gilt die Vorstellung eines die Geschicke lenkenden Gottes geradezu als absurd. Sie würden es ablehnen eine solche Möglichkeit überhaupt ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Bliebe die Frage: "Hat sich die Menschheit diesbezüglich weiterentwickelt oder aber ist das  instinktive Wissen/Ahnen vom göttlichem Walten - zumindest in unseren Breitengraden - verkümmert?

Ich finde folgende kleine Anekdote aus dem Leben Goethes sehr interessant, weil sie in das Zeitalter der Aufklärung hineinfällt und die  - heute allzusehr verdrängte - Frage nach einem  lenkenden Gott sehr schön auf den Punkt bringt:    Gott oder Goethe - wer hat das Gebet erhört?

 

 

 

 

4. Jul, 2016

 

 

 

Folge 8:

Wie wir im vorherigen Abschnitt gesehen haben, spricht doch Einiges dafür, dass der Mensch  eine nicht-biologische Seele in einem (sterblichen) Körper ist. Dies aber hieße, dass der pure Naturalismus ("Alles ist Natur") falsch liegt. Das biologische Ende nicht die völlige Auslöschung des menschlichen Lebens bedeuten muss.

Aber was geschieht denn nun nach dem Tode mit der Seele? Wohin geht geht sie? Ins Totenreich, wo sie vor sich hindämmert, wie es die griechische Mythologie darstellt? Ins Paradies, oder an den entsprechenden Gegenort, die Hölle? Oder wird sie, wie es die Buddhisten und Hinduisten behaupten, nach einer Weile wiedergeboren? Oder, oder ... !?

An dieser Stelle ließe sich nun trefflich spekulieren, aber es würde uns vermutlich zu diesem Zeitpunkt nicht sehr viel weiterbringen. Deshalb möchte ich mich erst einmal einem anderen Thema zuwenden. Dem Thema: Zufall oder Lenkung?

Jeder mag sich an dieser Stelle selber mal fragen, ob er sich bei einem Ereignis schon gewundert hat: Das ist aber ein seltsamer Zufall! oder Das kann doch kein Zufall sein!

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an ein sehr ungewöhnliches Ereignis aus einer Zeit, als ich noch kein gläubiger Christ war.  Damals war ich 26 Jahre alt und nicht sonderlich an spirituellen Fragen interessiert.  

 

Ein gutes Timing

 Es war während meines Studiums in den 80iger Jahren, als ich dringend eine neue Wohnung suchte. Ich erhielt von einer Freundin einen Tipp: „Ruf doch mal bei Frau M. an. In ihrem Haus ist eine Wohnung frei geworden ist und sie sucht einen neuen Mieter!“

Ich kannte Frau M. von meinen Schachunterrichten her und so bestand sicherlich eine gewisse Aussicht auf Erfolg. Aber am nächsten Morgen, einen Donnerstag, verspürte ich eine seltsame Unlust bei ihr anzurufen. Und so ließ ich die Sache bis zum Samstag schleifen.   

Aber an jenem Morgen verspürte ich auf einmal ein starkes inneres Drängen. Und obwohl ich vermutete, dass es wahrscheinlich  schon zu spät sei, rief ich – wegen dieses starken inneren Dranges - bei Frau M. an. Die war überrascht und sagte nur: „Da haben sie aber Glück! Gerade hat ein Interessent abgesagt! Am besten kommen sie gleich vorbei und schauen sich die Wohnung an!“ Eine Stunde später saß ich in ihrem Wohnzimmer und unterschrieb den Mietvertrag.

Wie sich herausstellte, war der mich begünstigende Zufall immens. Frau M., eine 70 jährige Pensionärin, hatte nämlich mittwochs in einer auflagenstarken Düsseldorfer Zeitung inseriert und gleich mit dem ersten Anrufer einen Besichtigungstermin für samstags vereinbart. Den zahllosen weiteren Anrufern hatte sie immer die gleiche Botschaft zukommen lassen: „Nein, die Wohnung ist schon so gut wie vergeben!“

Hätte ich, was eigentlich logisch gewesen wäre, direkt am Donnerstagmorgen angerufen, hätte sie mich ähnlich beschieden. Am Samstagmorgen hatte der erste Anrufer dann urplötzlich abgesagt, und kurz darauf hatte ich dann, auf ein inneres Drängen hin, angerufen.Zufall oder Lenkung?

Ich erinnere mich recht gut, dass ich damals jenes Das kann doch kein Zufall gewesen sein gedacht habe. Aber es – seltsamerweise – bei diesem Gedanken belassen habe. Mich also nicht gefragt habe, wer oder was (möglicherweise) dahintersteckte

 

 

 

24. Jun, 2016

 

Folge 7:

Ich fasse das das Bisherige noch einmal kurz zusammen. Wir haben gesehen, dass der Mensch a) ein beauftragter Sinnsucher ist und b) auch - wegen des Wissens um die eigene Sterblichkeit - auch allen Grund hat nach dem Sinn des Lebens zu fragen

Weiter haben wir gesehen, dass eine neutral-abwartende Haltung ein folgenschwerer Fehler sein könnte ... nämlich dann, wenn beispielsweise die christliche Botschaft stimmt.

Das ist ja alles schön und gut, mag jetzt mancher denken, aber gibt es wirklich ernsthafte Hinweise darauf, dass es ein Leben nach dem Tode geben könnte? Ich kann diese Skepsis verstehen, andererseits versucht die Nahtod-forschung mit - wie ich finde - ziemlich guten Argumenten von einem Leben nach dem Tode zu überzeugen

Nahtoderfahrungen sind keine Hirnprodukte - ZDF Bericht - YouTube

8. Jun, 2016

 

 

 

 

  Folge 6:

Plötzlich lachte Georg, der schweigend zugehört hatte, laut auf: "Oha! Hier geht es ja richtig zur Sache. Da lobe ich mir meinen Agnostizismus ... ich warte einfach mal ab, ob es einen Gott und ein ewiges Leben gibt."
    Heinrich schaute ihn stirnrunzeld an: " Dir ist aber schon klar, dass du da ein gewisses Risiko eingehst?" Georg schaute ihn fragend an: "Inwiefern?" "Nun", antwortete Heinrich, "wenn es wirklich so ist wie die Bibel sagt, dass ein ewiges Leben an den christlichen Glauben gekoppelt ist, wärst du nicht dabei!"


Dieser kleine Ausschnitt aus der vorherigen Folge bringt die Sache schon auf den Punkt. Aber wie realistisch ist Heinrichs Argument? Geht Georg wirklich ein Risiko ein mit seiner "wait and see" -Strategie? Spricht nicht einfach - so wie Peter behauptete - viel zu viel gegen die Richtigkeit des christlichen Glaubens?

Nun, ich denke, dass da wirklich ein realistisches Risiko besteht. Hier ein kleiner Essay von mir zu diesem Thema:  Wahrheit oder eine wirkmächtige Lüge