2. Feb, 2017

Der schweigende Himmel!

 

Je mehr ich über die neue Entwicklung nachdachte, um so besser gefiel sie mir. Das Anerkennungsjahr für Sozialpädagogik im Vorbeigehen mitzunehmen und keine Schulzeit dabei zu verlieren, hatte etwas von einer genialen Idee. Zudem würde ich aus dem Bibelschulalltag herauskommen, der doch etwas von einem Biotop hatte.

Während ich also tatsächlich so etwas wie Vorfreude auf Bremen entwickelte, sprach mich jemand aus der Mittelstufe an. Wir kannten uns aus dem Jesushaus (Düsseldorf). Er wohnte zusammen mit seiner Frau außerhalb der Bibelschule in einer ganz normalen Wohnung. "Hör mal, Heiner, könntest du mir einen Gefallen tun?"

Kurzum, es ging darum einen Ältesten der Jesushausgemeinde (Düsseldorf) Samstagabends vom Frankfurter Flughafen abzuholen und ihn zu Verwandten nach Langen (Nähe Bibelschule) zu fahren. Und zwar mit dem Wagen des "Mittelstuflers". Ich freute mich über ein wenig Abwechselung und sagte zu.

 

Es lief anfangs auch alles gut. Ich kam rechtzeitig am Flughafen an, stellte den Wagen im Parkhaus ab und wartete am Ankunftsterminal. Die Maschine aus Israel traf pünktlich ein und bald schüttelte ich die Hand eines braungebrannten Günther U. "Ok", sagte ich, "ich hole kurz den Wagen und dann fahren wir los!"

Aus dem kurzen Holen des Wagens wurden drei  Stunden eines zunehmend verzweifelteren Suchens in dem vielstöckigen Parkhaus. Ich konnte mich nicht mehr im Geringsten erinnern, wo ich ihn abgestellt hatte. Und so irrte ich auf den verschiedenen Stockwerken umher ... viele erfolglose Runden drehend. Und der Himmel schwieg zu meinem Bemühen! Keine Eingebung, kein Fingerzeig! Nichts! Einfach nur Schweigen!

 

Während ich, wie schon gesagt, zunehmend verzweifelter wurde, blieb Günther voll engelhafter Geduld. Kein böses Wort von ihm ... nur ein ermutigendes: Such weiter!? Wahrscheinlich betete er intensiv für mich, aber es änderte nichts! Ich irrte weiter im Parkhaus umher. Mich irritiert fragend, was das Alles zu bedeuten hatte. Denn das dies  kein Zufall war, war mir vollkommen klar.

Schließlich nach wie gesagt dreistündigem Herumirren fand ich den Wagen doch noch. Welch eine Erlösung! Ich brachte Günther nach Langen, stellte dann in Erzhausen den Wagen vor  der Wohnung des Mittelstuflers ab und wanderte rüber zur Bibelschule. Ich fühlte mich innerlich sehr, sehr leer. Was um alles in der Welt sollte mir dieser Abend sagen?