30. Aug, 2016

 

Hatte ich 1985 im Spiritismus - vor meiner Bekehrung zum christlichen Glauben - meine Erfahrungen mit Dämonen gemacht, so kam es 1988 noch einmal zu einer sehr direkten Konfrontation mit ihnen

 


Es hatte nicht gut begonnen. Wie ich in „Preis der Veränderung“ (hier) schon erzählt habe, waren mir anvertraute 1000 DM abhanden gekommen.„Ein denkbar schlechter Beginn deines Gemeindepraktikums“, wie mir der Pastor der dortigen Pfingstgemeinde mit leicht säuerlicher Miene versicherte. „Aber gut, es ist jetzt passiert. Sieh zu, dass du den entstandenen Schaden beseitigst. Und dann schauen wir mal, wie es ansonsten so läuft.“

    Die Sache mit den 1000 DM war schnell geregelt. Ich zahlte Schwester Edermann monatlich 100 DM und die Angelegenheit wurde auch nicht groß weiter erwähnt. Nun galt es, in der Gemeinde mitzuarbeiten und "verlorenen Boden" wieder gutzumachen.
    Trotz des leicht missratenen Anfangs und nicht unbedingt großer gegenseitiger Sympathiewerte muss ich sagen, dass mich Pastor G. weitgehend fair behandelte. Bis auf einige wenige Pflichtpunkte ließ er mir freie Hand, meine Zeit selber einzuteilen und zu gestalten.
    Und so schnupperte ich in alle Bereiche der Gemeinde hinein, half gelegentlich im Büro mit oder bereitete mich im stillen Kämmerlein auf Andachten, Bibelstunden oder Predigten vor. Die ich dann meist in kleineren, mit der Hauptgemeinde verbundenen Gemeinden oder Einrichtungen hielt.

Eines Tages aber meinte Pastor Werner G. zu mir: „Sag mal, Heiner, mir ist aufgefallen, dass wir ja noch gar nichts hier gemeinsam gemacht haben. Was hältst Du davon, wenn du am Sonntagabend die Einleitung machst? Ich werde dann danach predigen!?“
   So kam es, dass wir in jenem Abendgottesdienst unseren ersten und einzigen gemeinsamen Gottesdienst abhielten. Und ich hatte am Ende durchaus das Gefühl, dass wir ganz gut miteinander harmoniert hatten.
    Vielleicht hätte dies tatsächlich der Anfang einer deutlich besseren Beziehung werden können, wenn nicht, … ja, wenn nicht noch am gleichen Abend Dinge geschehen wären, die das Alles wieder im Keim erstickt hätten. Oder schlimmer noch, ihn haben möglicherweise endgültig an meiner Eignung für ein Pastorenamt zweifeln lassen.

                                                 
Ich stand in der Nähe des Ausgangs an einer Säule gelehnt und beobachtete, wie die Besucher des Gottesdienstes so nach und nach den Raum verließen. Da kam plötzlich ein mir unbekannter junger Mann auf mich zu und sprach mich an: „Könnte ich mal mit dir reden?“ So etwas ist nach einem Gottesdienst nicht ungewöhnlich und so antwortete ich ohne Zögern:“ Ja, natürlich! Um was geht es?“ Er sagte, ohne dabei auch nur die geringste Gemütsbewegung zu zeigen:“ Ich bin von Dämonen besessen!"
   Überrascht musterte ich den jungen Mann, konnte aber nichts Auffälliges an ihm erkennen. Er sah ganz normal aus. „Ja“, entgegnete ich, „für mich steht natürlich außer Frage, dass es Dämonen gibt. Und das sie auch Besitz von jemandem ergreifen können. Aber“ und hier nun schaute ich ihn nachdenklich an, „nicht immer sind Dämonen die Ursache für Schwierigkeiten. Könnte es nicht auch sein, dass du einige psychische Probleme hast?“ Er schüttelte energisch den Kopf: “Nein, es sind Dämonen. Ich weiß es ganz genau!“
     Einen Moment stand ich ratlos da, dann sagte ich: „Gut, wir können das überprüfen! Und wenn es wirklich so ist wie du sagst, dich von ihnen befreien. Ist das Dein Wunsch?“ Er nickte. Ich schaute mich im Gottesdienstraum um und sah vorne Tom, einen recht sympathischen Engländer, im Gespräch mit zwei jungen Frauen stehen. „Warte einen Moment hier!“, sagte ich zu dem jungen Mann. „Ich werde mir jemanden zur Unterstützung holen. Solche Dinge macht man besser zu zweit!“
    Als ich Tom und die beiden Frauen erreicht hatte, stoppte deren Unterhaltung und alle drei schauten mich fragend an. „Entschuldigung“, sagte ich zu Tom, „aber könntest du mir vielleicht helfen? „Natürlich!“, sagte er, und in Richtung der jungen Frauen: „See you next Sunday!“ Auf dem Weg zu dem jungen Mann klärte ich Tom kurz auf. Er sagte nur: „I see! Okay, schauen wir mal, was passieren wird!“

 
Zu dritt waren wir rübergegangen in den großen Gemeindesaal. Zwar hatten die meisten die Gemeinde sowieso schon verlassen, aber sollte wirklich eine „Dämonenaustreibung“ vonnöten sein, geschah dies besser in einer gewissen Abgeschiedenheit.
   Ich war mir nicht sicher, ob der junge Mann seine Situation richtig einschätzte. Aber das würden wir schnell rausbekommen. Dessen war ich mir vollkommen sicher. Und so stellte ich einen Stuhl auf eine Freifläche mitten im Raum und bat Stefan, so hieß der junge Mann, darauf Platz zu nehmen. Tom und ich blieben stehen.
   „Gut, Stefan“, sagte ich, „es ist klar, worum es geht. Aber vorab möchte ich dir versichern, dass nichts ohne deine Einwilligung geschehen wird und wir die Sache sofort beenden werden, wenn du das willst. Ist das okay so für dich?“ Er nickte.
   „Gut“ fuhr ich fort, „dann werden jetzt Tom und ich unsere Hände auf dich legen und ich werde den Dämonen im Namen Jesu befehlen, sich zu melden. Ist das okay für dich?“ Stefan nickte erneut. Ich musterte ihn. Er sah bleich, aber gefasst aus. „Okay", sagte ich zu Tom hinüberblickend, "lass uns beginnen!“

 
Wie angekündigt legten wir unsere Hände auf Stefans Kopf und Schulter. Dann sagte ich: "Wenn da ein fremder Geist in Stefans Körper ist, befehle ich ihm jetzt im Namen Jesu sich zu melden und seinen Namen zu nennen!" Dies geschah in Anlehnung an die Geschichte der Bibel, wo Jesus den Geistern in einem Besessenen befohlen hatte, ihren Namen zu nennen.
   Aber was nun geschah, kam für mich und Tom völlig unerwartet. Wie von einer mächtigen unsichtbaren Hand vom Stuhl gefegt, flog Stefan mehrere Meter weit in eine Ecke des Raumes und wand sich dort am Boden.
   Nach dem ersten Moment des Geschocktseins lief ich zu ihm hin. Ich fasste ihn an den Schultern und schaute ihm ins Gesicht. Seine Augen waren völlig verdreht, die Pupillen nicht mehr sichtbar und eine eigrosse Beule hatte sich an seinem Hals gebildet.

   Nun war alles klar: "Stefan, hörst du mich?" Für einen Moment kehrten seine Augen in die ursprüngliche Stellung zurück und er antwortete: „Ja!" Dann verdrehte er wieder die Augen, fiel in den vorherigen apathischen Zustand zurück.
   Ich brüllte mit grimmiger Entschlossenheit den Geist in ihm an: "Im Namen Jesu, fahr aus!" Heftiges Kopfschütteln war die Folge. "Nenn deinen Namen", befahl ich. Die Augen von Stefan kehrten in ihre ursprüngliche Form zurück und er nannte einen Namen.

Gut, ich erspare dem Leser hier den Rest der fast zweistündigen recht heftigen, lautstarken Prozedur. Am Ende hatte Stefan gebeten, dass wir aufhören sollten. Als wir wieder ganz normal im Raum standen, seine Beule am Hals war wieder verschwunden, sagte er: "Ich danke euch. Einige Dämonen sind gegangen. Aber nicht alle!" "Dann machen wir weiter! Und wenn es die ganze Nacht dauert!", bot ich ihm an. Aber er entgegnete: „Nein, ein anderes Mal! Ich komme wieder"
   Als er gegangen war, überfiel mich eine tiefe Müdigkeit. Ich sagte zu Tom: "Ich glaube, wir sollten uns jetzt Schlafen legen. Wir können uns ja ein anderes mal über das hier unterhalten." Er nickte und sagte: "Okay, good bye! See you", und verließ ebenfalls den Raum. Ich machte alle Lichter aus, schloss die Haupttüre der Gemeinde hinter mir ab und begab mich in meine Wohnung.

 

13. Aug, 2016

 

 

Ohne jetzt nun alle "Erkenntnisgewinne" der Aufklärung in Frage stellen zu wollen, ist - meiner Ansicht nach - aber ein wesentliches Wissen verlorengegangen: Die Realität des dämonisch-okkulten!

So wird Goethes Faust zwar für Weltliteratur gehalten wird , - und sein Zauberlehrling ist vermutlich immer noch Schullektüre  - , aber beides wird doch wohl eher als ein Phantasie-produkt ohne jeglichen Realitätsbezug betrachtet.  Etwas, was man eher psychologisch deuten sollte.

Persönlich könnte ich mir vorstellen, dass Goethe vielleicht in einer gewissen Phase seines Lebens  sich - wie sein Protagonist Heinrich Faust - ein wenig "der Magie ergeben hat" ...  oder zumindest in diesen Bereich hineingeschnuppert hat. Aber das bleibt Spekulation.

Keine Spekulation ist, dass Thomas Mann an drei "Seancen"  bei einem gewissen Baron Schenk - Nortzing teilgenommen hat  und seine dortigen Erfahrungen in einem Buch verarbeitet hat:   hier

So "gruselig" das sein mag, was Thomas Mann erlebt hat,  ist es nichts im Vergleich zu dem, was mir in meiner "spiritistischen Phase" (1985) widerfahren ist ... die Geister, die ich gerufen hatte, - der "Zauberlehrling" lässt grüssen - , lösten die größte Krise meines Lebens aus:    Ein Blitz aus heiterem Himmel

Nun, zum Glück ging - Dank eines Eingreifen Gottes - die Sache noch einmal glimpflich ab ...

Die ganze Geschichte kann man hier lesen: Im Banne des Bösen

13. Aug, 2016
 
 

 

Walter von Lucadou, Leiter einer parapsyhologischen Beratungsstelle in Freiburg gab dem "stern" ein Interview, in dem er behauptete, dass es keine Geister gäbe. Entsprechende paranormale Phänomene letztendlich "psychosomatisch" erklärbar wären.

Ich möchte dieser Auffassung ernstlich widersprechen. In "Faust I" sitzt der Gelehrte Heinrich Faust des Nachts in tiefer Verzweiflung in seinem Studierzimmer und monologisiert über sein Leben. Schließlich beschwört er den Erdgeist, der dann auch tatsächlich  erscheint.
    Gut, dass könnte man als bloße „Literatur“ ohne einen realen Bezug zur Wirklichkeit abtun. Fantasy a la Goethe, sozusagen. Leider beweist aber schon die hohe Trefferquote bei Google, dass Spiritismus ein durchaus aktuelles und "reales" Thema ist. In Wikipedia heißt es dazu:
   Spiritismus (von lat. spiritus: „Geist“) ....bezeichnet moderne Formen der Beschwörung von Geistern, insbesondere von Geistern Verstorbener (Totenbeschwörung), ...
    In meiner Geschichte „Im Banne des bösen“ erzähle ich
von solch einer persönlichen Erfahrung einer „Totenbeschwörung“:  (hier anclicken)              

Dazu kann ich – heute -  aus tiefer Überzeugung sagen:
1. Es war ein absolut übernatürlicher Vorgang
2. Es war ein Kontakt mit bösen Geistern
    Man mag ja zur Bibel stehen wie man will, aber sie warnt eindringlich vor solchen „Totenbefragungen“ oder „Geisterbeschwörungen“. Und aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dem nur beipflichten. Es kann einen – wie in meinem Fall – in des „Teufels Küche“ bringen.

Zum Schluss dieses kleinen Essays lasse ich Goethe noch einmal zu Wort kommen. Im seinem "Zauberlehrling" heißt es: „ Meister, hilf, die Not ist groß. Die Geister, die ich rief, die werd ich nicht mehr los!“ 

   Aus eigener Erfahrung kann ich dies bestätigen. Es bedurfte schon einiger Wunder, um mir da aus der "Patsche" zu helfen. Die ganze Geschichte kann man auf meiner Homepage nachlesen:  hier

Mehr zu diesem Thema: Spukphänomene