10. Okt, 2016

 

Drei Weltreligionen – das Judentum, das Christentum und der Islam – berufen sich in unterschiedlicher Weise auf Abraham als ihren Stammvater. Man spricht auch deshalb von den abrahamitischen Religionen. Wer aber war dieser Abraham eigentlich?

Der Name Abram taucht in der Bibel zum ersten Mal in Zusammenhang im Zuge einer Auswanderung auf. Tenach, der Vater Abrams, zog mit seiner Familie aus dem babylonischen Ur nach (dem heute syrischen) Haran. Die Gründe hierfür werden nicht genannt.
   Solche Auswanderungen, damals noch wörtlich zu nehmen,  waren nichts Ungewöhnliches. Es gab genug freien Lebensraum und vermutlich auch keine staatlichen Behörden, die Rechenschaft verlangten.
   In Haran allerdings passierte dann etwas Ungewöhnliches. Nach dem Tode Tenachs  offenbarte sich Gott dem Abram und gebot ihm weiterzuziehen: „in ein Land, das ich dir zeigen werde.“                                                                                      Wie diese
Offenbarung geschah wird nicht berichtet. Vielleicht geschah es in einem Traum, vielleicht auch anders. Jedenfalls war es so deutlich, dass Abram mit seiner Frau Sara und seinem Neffen Lot aufbrach ins benachbarte Land Kanaan. hier

So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu reisen. Und sie kamen in das Land,
    und Abram durchzog das Land bis an die Stätte bei Sichem, bis zur Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande.
    Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war. (1. Mose 12)

Abram war auf den Befehl Gottes hin aufgebrochen. Aber ihm war nicht genau gesagt worden, wohin die Reise gehen sollte. Vielleicht hat er Vermutungen gehabt, aber genau wissen tat er es nicht.
   Da erfolgt eine zweite Offenbarung Gottes und macht ihm klar, dass sein Erbteil um Sichem in Kanaan lag. Dieses Land würde dereinst seinen Nachkommen gehören. Eine erstaunliche Zusage an jemanden, der schon 75 Jahre alt war und noch keine Kinder hatte.
 
Aber ist das alles vielleicht nur ein Mythos? Gibt es  diesen biblischen Gott wirklich ... und wenn ja, offenbart er sich einem Menschen in so deutlicher Weise und sagt  ihm, was er zu tun hat?
    Nun, ich möchte nicht behaupten, dass das so an der Tagesordnung wäre ... aber das Reden Gottes und sein Wille können schon recht klar rüberkommen, wie ich aus eigener Erfahrung zu wissen glaube:   Mein wundersamer Weg auf eine Bibelschule

 

7. Okt, 2016

 

Wenn man jemandem erzählt, dass man an Jesus glaubt, muss man zumindest in der heutigen Zeit und dieser Erdregion mit ungläubigem Erstaunen rechnen. Frei nach dem Motto: „Wie kann man bloß so naiv sein!?“ Und gemeint ist dies dann im Sinne von: „Wie kann man einen solchen Unsinn bloß für wahr halten!“

    Eine solche Einschätzung aus nichtgläubiger Sicht ist natürlich durchaus nachvollziehbar und überrascht nicht wirklich. Aber im Grunde ist die Sache ja noch viel „naiver“. Christen halten die Sache mit Jesus nicht nur für wahr, sie vertrauen Ihm auch noch auf ihrem Lebensweg.

Als ich am 6. Juni 1985 mich zu Jesus bekehrte, geschah dies in Form einer Lebensübergabe.(  hier) Ich erkannte damit mein jahrelanges gott-loses Leben als falsch an und übergab IHM die Regie für den Rest meines Lebens.
   Natürlich war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht vollständig klar, was diese grundsätzliche Entscheidung wirklich bedeutete. Aber zu dem Zeitpunkt hielt ich Jesus für wahr und hatte dann auch im Grunde genommen kein Problem damit mein Leben Ihm anzuvertrauen. Denn das Leben unter meiner eigenen Regie war nicht so „prickelnd“ gewesen, als das ich daran hätte unbedingt festhalten wollen.

Heute, 30 Jahre später, weiß ich natürlich besser, was es heißt, IHM die Regie im Leben zu überlassen. Es bedeutet unter Anderem auch bei wichtigen Lebensentscheidungen Seiner Wegweisungzu folgen.
   Und das fällt nicht immer leicht.(  hier ) Mehr als einmal in meinem Christsein habe ich weichenstellende Entscheidungen getroffen, die unter eigener Regie mit Sicherheit anders ausgefallen wären.
    Für mich gehören Jesus für wahr zu halten und IHM zu vertrauen zusammen. Es sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Das eine ohne das Andere ist im Grunde genommen kein echter Glaube. Und rückblickend kann ich sagen: Meine damalige Entscheidung am Nachmittag des 6. Juni 1985 war die beste Entscheidung meines Lebens. ER hat mich einen Weg geführt, den ich mir hätte nie ausdenken können. Und von dem die Bibel sagt, dass er einmal im Himmel enden wird.
 
                         Jesu, geh voran

                         auf der Lebensbahn!
                         Und wir wollen nicht verweilen,
                         dir getreulich nachzueilen;
                         führ uns an der Hand
                         bis ins Vaterland.


                        Soll's uns hart ergehn,
                         lass uns feste stehn
                         und auch in den schwersten Tagen
                         niemals über Lasten klagen;
                         denn durch Trübsal hier
                         geht der Weg zu dir.
 

                         
                        Rühret eigner Schmerz
                        irgend unser Herz,
                        kümmert uns ein fremdes Leiden,
                        o so gib Geduld zu beiden;
                        richte unsern Sinn
                        auf das Ende hin.

                        
                        Ordne unsern Gang,
                        Jesu, lebenslang.
                        Führst du uns durch rauhe Wege,
                        gib uns auch die nöt'ge Pflege;
                        tu uns nach dem Lauf
                        deine Türe auf.
                       ( von Paul Gerhardt)

3. Okt, 2016

 

 

Wieso bestehen die  Christen - scheinbar gegen alle Vernunft - so sehr auf die Richtigkeit ihres Glaubens. Ist die ganze Geschichte von der Auferstehung Jesu nicht reichlich absurd? Von frustrierten Jüngern Jesu erfunden, um die Menschen ihrer Zeit zu täuschen?

Und überhaupt die Geschichte von Adam und Eva und dem Sündenfall. Haben die Evolutionstheoretiker nicht den Nachweis erbracht, dass die Sache mit Adam und Eva nicht stimmt, der ganze Schöpfungs-Glaube Unsinn ist und es einen GOTT nie gegeben hat?

Wirkliche Christen haben einen einzigen Grund von der Richtigkeit  ihres Glaubens überzeugt zu sein. Jede(r) glaubt auf seine/ihre Weise ganz persönliche Erfahrungen mit Jesus und mit Gott gemacht zu haben. Christlicher Glaube basiert auf  Erfahrungs-Wissen und die Existenz Gottes ist - für Christen - eine zur persönlichen Gewißheit gewordene Tatsache.

Aufgrund dessen können sie auch weiterhin ruhig schlafen, wenn die Wissenschaftler ihre Evolutionstherorie mittlerweile zur bewiesenen Tatsache erklärt haben.   Man weiß aufgrund der persönlichen Erfahrungen, dass Gott existiert und somit auf die Welt eine Schöpfungwerk Gottes ist.

Ich möchte schließen mit einer kurzen Erkärung, warum die Christen dann nicht einfach mit ihrer Gottes-Erkenntnis zufrieden sind und sie still für sich genießen. Warum legen sie so einen Missions-eifer an den Tag? Warum lassen sie die anderen Menschen in Ruhe nach ihrer eigenen Facon selig werden?


Wirklichen Christen geht es - entgegen landläufiger Meinung - nicht um Macht oder "ums Recht behalten wollen". Wirkliche Christen erleben - wie gesagt - ihren Glauben als richtig und es reicht ihnen - normalerweise -  nicht, selber die Zusage des ewigen Lebens zu haben. Sie wollen dazu beitragen, dass auch andere Menschen den Weg zu Gott und dem ewigen Leben finden. Deshalb missionieren sie. Der Apostel Paulus drückte es einmal so aus:

 "ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jeden (an Christus) glaubenden Menschen" 

3. Okt, 2016

 

 

Diese Worte des Paulus könnte man so verstehen, dass er seine Bekehrung ( zum christlichen Glauben) und seine Berufung (zum Apostel) als ein Werk Gottes verstanden hat. Will man der Apostelgeschichte glauben schenken, dann war dies auch tatsächlich der Fall.

Biblisch gesehen sind Bekehrung und Berufung eines Menschen immer ein Werk Gottes. Niemand kann sich da weder bezüglich des einen noch des anderen auf die eigene Schulter klopfen. Die Initiative geht immer von Gott aus, der Mensch kann nur darauf reagieren.

Wenn ich meine eigene Bekehrungsgeschichte (hier anclicken) betrachte, so lag ihr - aus meiner Sicht - ein völlig eindeutiges Handeln Gottes zugrunde. ... Bis hierher habe ich das Alles schon oft erzählt.

"Und ... wie war das mit deiner Berufungsgeschichte? War das auch eine eindeutige Gnade Gottes?" werde ich gefragt. Ich schweige nachdenklich! Denn der Frager hat einen wunden Punkt berührt.

1988, also drei Jahre nach meiner Bekehrung, hätte ich diese Frage mit einem eindeutigen Ja beantwortet ... war ich auf wirklich unglaubliche und wundersame Weise auf eine Bibelschule (hier anclicken) geführt worden?  Konnte da noch der geringste Zweifel bestehen, dass ich zum vollzeitlichlichen geistlichen Dienst, - als Pastor, Missionar oder Lehrer - berufen war?


Die Dinge haben sich dann in einer Weise entwickelt, wie ich sie niemals - auch nur ansatzweise - vorausgesehen oder - geahnt hätte. Raus aus allen gemeindlichen Zusammenhängen und bürgerlichen Vorstellungen, rein ins Abseits und den Alleingang.


"Was, du lebst ohne Gemeinde? Das ist unbiblisch!" höre ich mein Gegenüber am Bibelstand mit einem leicht empörten Unterton sagen. Ich lächele gequält ... der junge Mann hat Glück ... zehn Jahre zuvor hätte ich ihn noch nach allen Regeln der Kunst zusammengefaltet.  Diese Mal belasse ich es bei einem: "Vielleicht ist Gott ja größer als dein Bibelverständnis ... und macht manchmal auch eine Ausnahme und geht mit einem Menschen einen anderen Weg!"  Ohne ihn natürlich zu überzeugen. 


Fühle ich mich zu einem solchen Alleingang berufen? Vielleicht! Ja, eigentlich schon! Aber was soll das für einen Sinn machen? Es wird schon einen Sinn haben. Vielleicht lernt man in der Einsamkeit besser auf die Stimme Gottes zu hören ...


Heute bin ich sehr vorsichtig geworden bei dem Wort Berufung.Gewiß,es war mir in all den Jahren fast immer - mal mehr mal weniger - ein Bedürfnis gewesen Andere auf den Glauben an Jesus hinzuweisen. Und was da Alles so geschieht, könnte einen schon an eine Berufung glauben lassen. 

Wenn man sich aber zu etwas berufen fühlt, so ist es wichtig, dass man in diesen Dingen treu und achtsam bleibt.  Mit diesem Rat lasse ich es - für heute - dann mal bewenden. 

29. Sep, 2016

 

Dies sind Worte des schon älter gewordenen Paulus, der den größten Teil seiner Wegstrecke schon (erfolgreich) hinter sich gebracht hatte. Und vielleicht ist da auch schon einige Male der Gedanke aufgeblitzt: „Ich könnte es jetzt ja mal was kürzer treten, es ruhiger angehen lassen! Sollen Andere  doch jetzt mal machen!“ Wer wollte ihm so etwas verdenken?

Aber Paulus macht hier unmissverständlich klar, dass es für ihn kein „Ausruhen auf den Lorbeeren“ gibt: „Ich vergesse, was dahinten ist!“ Warum? Weil es  eigentlich doch nicht so toll war? Keineswegs! Nein, er wollte es vergessen, weil er seine ganze Konzentration auf das Ziel und die noch vor ihm liegende Wegstrecke richten wollte.

Fast will es erscheinen als ob Paulus auf diesem letzten Wegabschnitt mit dem schon deutlich näher gerückten Ziel noch einmal seine Anstrengungen verdoppeln wollte, anstatt das Leben ruhig austrudeln zu lassen: „Jetzt nur nicht nachlassen und schlappmachen!“

Sicher gilt es immer die eigene, persönliche Lebenssituation zu beachten. Aber ich denke eines kann man von Paulus – als Christ – lernen. Es gilt den eigenen von Gott vorgesehenen Weg  wirklich konsequent bis an sein Ende durchzugehen. Natürlich gemäß dem eigenen Vermögen und der geschenkten Kraft.

Und eines scheint mir hierbei auch noch wichtig zu sein. Auch wenn das Ziel schon deutlich näher gekommen sein mag als beim Start, so ist es aber immer der  nächste Schritt, den es zu beachten und gut auszuführen gilt. So wie allzu intensive Rückschau die Konzentration hindern kann, so ist ebenso die allzu häufige und zu weite Vorausschau nicht ratsam.

Der konkrete Blick auf die direkt vor einem liegenden Dinge ist das Beste. Und  einfach Schritt für Schritt weitergehen. Dann wird es schon werden!